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Deye EVSE Wallbox: was noch unreif ist (Peak Shaving, gebuchte Anschlussleistung und Solo Solar)

Deye SUN-EVSE22K01-EU-AC im Katalog, mit Transparenz: Peak Shaving und Solo Solar noch unreif. Und die Falle auf der Baustelle: der belegte RS485.

Wallbox Deye SUN-EVSE22K01-EU-AC: Peak Shaving, gebuchte Anschlussleistung und Solarbetrieb
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Wir haben die Wallbox Deye SUN-EVSE22K01-EU-AC (EVSE 7/22 kW) ins Programm genommen. Auf dem Papier ist sie genau das, was wir nach dem Bruch mit V2C Trydan wollten: Integration mit dem Deye-Wechselrichter, LoRa, Solarmodi, Leistungsmanagement. In der Praxis ist ein Teil dieses Versprechens noch unreif – gerade das, worauf es in einem spanischen Haushalt am meisten ankommt: die gebuchte Anschlussleistung nicht zu sprengen und wirklich mit Überschüssen zu laden.

Wallbox Deye SUN-EVSE22K01-EU-AC
Deye SUN-EVSE22K01-EU-AC (EVSE 7/22 kW)

Dieser Artikel soll das Produkt nicht „abschießen“. Er ist Transparenz. Wir sagen es lieber selbst, bevor ein Kunde mit eingestecktem Auto und einem ICP (spanischer Leistungsbegrenzer im Zählerschrank) kurz vor dem Auslösen entdeckt, dass das automatische Peak Shaving noch nicht in Betrieb ist.

Was die Deye EVSE verspricht (und warum wir sie ins Programm genommen haben)

Anders als eine „dumme“ Wallbox wird dieses Gerät als Energiemanagementsystem verkauft:

  • Kommunikation mit Deye-Wechselrichtern (LoRa / Sender),
  • Lademodi und Zeitprogrammierung,
  • Laden mit Solarstrom bzw. Überschüssen,
  • automatische Leistungsbegrenzungen,
  • Betriebsprioritäten.

Nach V2C – einem Produkt mit Feldausfällen und einem Kundendienst, der den Installateur vor dem Kunden bloßstellte – suchten wir etwas, das zu dem Ökosystem passt, das wir ohnehin installieren (Deye-Wechselrichter und -Batteriespeicher), und mit dynamischem Laden, das nicht allein am heimischen WLAN als einziger Krücke hängt. Die EVSE von Deye passte in diese Erzählung.

Das Problem ist nicht die Erzählung. Es ist die Firmware.

Was aktuell noch unreif ist (Juli 2026)

Es ist ein erst kürzlich eingeführtes Produkt. Sowohl die Firmware der Wallbox als auch die einiger Wechselrichter entwickelt sich weiter. Der technische Kanal selbst hat das klar dokumentiert. Zusammenfassung dessen, was den Endkunden wirklich betrifft:

1. Peak Shaving / Anpassung an die gebuchte Anschlussleistung: noch nicht

Das ist der Knackpunkt. In Spanien, wo die gebuchten Anschlussleistungen knapp bemessen sind (3,45 kW, 4,6 kW, 5,75 kW…), ist eine Wallbox mit 7 kW oder 11 kW ohne dynamische Begrenzung ein Rezept dafür, den ICP auszulösen oder sich Nachzahlungen über den Maxímetro (spanischer Höchstlastzähler) einzufangen.

In der aktuellen Firmware-Version ist die automatische Anpassung der Ladeleistung per Peak Shaving noch nicht verfügbar. Übersetzung ohne Marketing: Das System passt die Leistung der Wallbox nicht von selbst an die gebuchte bzw. verfügbare Leistung an, um sie nicht zu überschreiten.

Sie können – und das ist derzeit das Vernünftige – in der App von Hand eine maximale Leistung festlegen und das Gerät als „klassische“ intelligente Wallbox nutzen. Aber das ist nicht das Versprechen „ich passe mich allein an den Rest des Hauses an“. Das ist eine feste Obergrenze. Wenn Sie Backofen, Warmwasserspeicher und Klimaanlage einschalten, rettet Sie eine feste Obergrenze nicht.

Wenn man Ihnen „dynamisches Laden, das die gebuchte Anschlussleistung respektiert“ verkauft und das Peak Shaving nicht in Betrieb ist, verkauft man Ihnen die Zukunft der Firmware, nicht die Gegenwart des Produkts.

2. Modus „Solo Solar“ (reiner Solarbetrieb) / Überschüsse: mit ernsten Einschränkungen

Der Modus Solo Solar hat Einschränkungen, vor allem in Anlagen ohne Batteriespeicher. Heute ist es nicht immer möglich, das Fahrzeug ausschließlich mit dem photovoltaischen Überschuss zu laden.

Das schmerzt gerade beim typischen Kundenprofil von A Todo Sol: Module auf dem Dach, manchmal noch ohne Batteriespeicher, ein Auto, das „mit der Sonne laden“ soll. Schließt der Solarmodus den Kreis nicht, laden Sie am Ende aus dem Netz … oder gar nicht, weil der Modus aktiv ist und laut der aktuellen Firmware-Logik nicht „genug“ Überschuss da ist.

3. Kompatibilität mit Wechselrichtern: Fall für Fall

Nicht alle Deye-Wechselrichter sprechen sauber mit der Wallbox. Bei älteren Modellen können Kommunikationsprobleme auftreten. Bei einigen soll eine künftige Firmware das beheben; bei anderen gibt es noch keine offizielle Bestätigung der Kompatibilität.

Praktische Folge: Universelle Kompatibilität lässt sich nicht im Voraus versprechen. Man muss das konkrete Modell prüfen, manchmal bei Deye ein Firmware-Update anfordern und im Angebot keine Wunder erfinden.

4. LoRa, RS485 und der wirkliche Ärger bei der Montage

Bei einigen Wechselrichtern – vor allem älteren – braucht es einen externen USB-Adapter, um die mitgelieferte LoRa-Antenne zu versorgen, weil der Wechselrichter selbst nicht genug Strom liefert. Noch so ein „Detail“ eines neuen Produkts, das auf der Baustelle zu einem zusätzlichen Termin, zusätzlichem Material und einer Erklärung an den Kunden wird.

Und hier liegt der einzige ernsthafte Ärger dieser Wallbox jenseits der unreifen Firmware: Bei den Deye-Wechselrichtermodellen mit nur einem RS485-Port, der bereits von der Kommunikation des Batteriespeichers belegt ist, braucht das System eine externe Stromversorgung (und zieht weit mehr Komplexität nach sich als erwartet: Verkabelung, Adapter, Fehlerquellen, Zeit für die Inbetriebnahme). Das ist kein Häkchen im Angebot: Das ist ein Kommunikationsdesign, das mit realen Anlagen kollidiert, in denen der Batteriespeicher den einzigen RS485 schon „aufgefressen“ hat.

Wenn Ihr Wechselrichter diesen Engpass hat, sagen Sie es uns vorher. Wir schreiben es lieber ins Angebot, als es am Montagetag zu entdecken, während das Auto geparkt dasteht und der Kunde auf die Uhr schaut.

5. Komplexität der Modi: Das Auto „lädt nicht“ und ist trotzdem nicht kaputt

Zeitprogramme, Modi, Prioritäten … Ein Fahrzeug beginnt womöglich schlicht deshalb nicht zu laden, weil ein Zeitfenster aktiv ist oder weil Solo Solar läuft und kein Überschuss da ist. Das Gerät ist nicht tot: Es gehorcht einer Logik, die der Nutzer nicht versteht.

Das heißt nicht „der Kunde ist dumm“. Das ist ein Produkt, das ein Pilotenhandbuch verlangt, während viele Leute einfach nur einstecken und schlafen wollen.

Firmware unterwegs (was Deye uns sagt)

Das Team von Deye hat uns mitgeteilt, dass es an Firmware-Verbesserungen arbeitet, und zwar genau an diesen Funktionen (Peak Shaving / Anpassung an die verfügbare Leistung, Solarmodi, Integration). Das betrifft sowohl den Wechselrichter als auch die Wallbox: Es reicht nicht, nur die EVSE zu flashen; das Gehirn des Systems ist das Zusammenspiel.

Das macht das Unreife heute nicht reif. Aber es ändert den Ton: Wir haben es nicht mit einem aufgegebenen Produkt zu tun, sondern mit einem, dessen Schwächen der Hersteller halb einräumt und nach eigener Aussage behebt. Wir verfolgen die Firmware; sobald Peak Shaving und Solo Solar im Feld wirklich sauber laufen, sagen wir es hier – nicht in einem Marketing-PDF.

Was sehr wohl funktioniert (wichtig, um nicht in die andere Richtung zu lügen)

Diese Einschränkungen hindern die Wallbox nicht daran, das Auto zu laden.

  • Sie kann autonom über WLAN arbeiten, auch wenn sie nicht mit dem Wechselrichter spricht.
  • In der App lässt sich die maximale Leistung manuell festlegen.
  • Als konfigurierbare Wallbox erfüllt sie ihren Zweck. Als „ausgereiftes Energiegehirn“ mit einwandfreiem Peak Shaving und Solo Solar: noch nicht.

Außerdem gibt es eine Montageregel, die alles andere als nebensächlich ist: Sie darf nicht an den Backup/EPS-Ausgang (Load) des Wechselrichters angeschlossen werden, um Überlastungen im Notstrombetrieb zu vermeiden. Der Anschlusspunkt zählt. Die Inbetriebnahme ist kein „aufhängen und fertig“.

Das ist nicht dasselbe Problem wie bei V2C Trydan

Man sollte die Streitfälle nicht vermengen. Bei Trydan haben wir Neuanlagen gestoppt wegen wiederholter Feldausfälle (Schutzeinrichtungen, Klemmleisten/Platinen) und wegen eines Kundendienstes und Kanals, der den Installateur als Schmelzsicherung benutzte. Bei der Deye EVSE lautet die Diagnose anders:

  • V2C: ein Produkt, das uns Reputation gekostet hat, plus toxischer Support → raus aus Neuanlagen.
  • Deye EVSE: ein neues Produkt mit angekündigten Zusatzfunktionen, aber unfertiger Firmware → wir verkaufen es mit der Wahrheit voran, ohne Peak Shaving so anzupreisen, als gäbe es das schon.

Die gemeinsame Lehre ist dieselbe, die wir in wie der Kundendienst eine Marke zerstören kann erklären: Das Marketing darf der Hardware nicht drei Firmware-Versionen vorauseilen. Wer das tut, lässt den Installateur mit der Enttäuschung des Kunden allein.

Was wir bei A Todo Sol tun (klare Regel)

  1. Wir sagen es Ihnen vor der Unterschrift. Wenn Ihr Fall darauf angewiesen ist, die gebuchte Anschlussleistung auf den Millimeter auszureizen, oder davon leben soll, ohne Batteriespeicher mit Solo Solar zu laden, ist diese Wallbox heute vielleicht nicht das beste Werkzeug – oder sie muss mit manuellen Obergrenzen und realistischen Erwartungen konfiguriert werden.
  2. Wir prüfen die Kompatibilität des Wechselrichters, bevor wir LoRa-Integration oder erweiterte Modi versprechen.
  3. Wir schließen nicht an Backup/EPS an, um abzukürzen. Entweder der Anschlusspunkt stimmt, oder es wird nicht gemacht.
  4. Seriöse Inbetriebnahme: Firmware, LoRa, App, Tests. Das ist keine Heimwerker-Wallbox. Wenn der Kanal Fernsupport und Konfigurationszeiten verlangt, planen wir das ein; wir verstecken es nicht im Kleingedruckten.
  5. Wir verfolgen die Firmware. Wenn Peak Shaving und Solo Solar wirklich reif werden, aktualisieren wir unsere Einschätzung und, wenn nötig, diesen Artikel.
Wir verzichten lieber auf einen einfachen Verkauf, als Ihnen ein „dynamisches Laden“ einzubauen, das noch nicht dynamisch lädt.

Für wen sie sich heute lohnt (und für wen nicht)

Sie lohnt sich heute, wenn Sie sie als intelligente Wallbox mit manueller Obergrenze einsetzen wollen, künftig auf das Deye-Ökosystem setzen und verstehen, dass die „Wow“-Funktionen (automatisches Peak Shaving, feines Solo Solar ohne Batteriespeicher) erst später per Firmware kommen können.

Sie lohnt sich heute nicht, wenn Ihr einziger Kaufgrund lautet „sie soll von allein herunterregeln, wenn das Haus Leistung zieht“ oder „sie soll ohne Batteriespeicher nur mit Überschüssen laden“, und es keinen Plan B gibt. In dem Fall würden wir Ihnen eine Roadmap verkaufen, keine Funktion.

Fazit

Die Deye SUN-EVSE22K01-EU-AC ist kein Blendwerk: Sie lädt, sie lässt sich konfigurieren, sie kann ohne den Wechselrichter leben. Aber sie kam mit halb geflashtem Gehirn auf den Markt. Peak Shaving gekoppelt an die gebuchte Anschlussleistung: nicht verfügbar (Deye sagt, die Firmware sei unterwegs, für Wechselrichter und Wallbox). Solo Solar / Überschüsse: eingeschränkt, ohne Batteriespeicher noch schlechter. Kompatibilität: Fall für Fall. Und der Ärger auf der Baustelle: Wechselrichter mit nur einem RS485, belegt vom Batteriespeicher → externe Stromversorgung und Komplexität obendrauf.

Bei A Todo Sol steht sie mit offenen Augen im Katalog. Wenn wir sie Ihnen anbieten, dann mit diesem Absatz auf dem Tisch – nicht unter dem Angebot.

Fragen zu Ihrer gebuchten Anschlussleistung, zu Ihrem Deye-Wechselrichter oder dazu, ob Sie besser auf eine reifere Firmware warten? Sprechen Sie mit uns oder sehen Sie sich die Wallboxen an, die wir installieren. Und wenn Sie aus dem Trydan-Schlamassel kommen: Der Produktstopp steht hier: wir bauen keine V2C Trydan mehr ein.

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